Die Heilige Woche

Bei Kolleginnen entdeckte ich die Geschichtensäckchen und dachte mir: Damit kann man man schön die Karwoche erzählen oder wiederholen 🙂


Was ist wohl in den Beuteln drin?

Jedes Kind, bzw. immer zwei Kinder gemeinsam durfte einen Beutel auspacken und auf Entdeckungsreise gehen:
Was haben die Gegenstände mit der Bibelstelle und dem Tag zu tun?
Was ist passiert?

Dann durften alle ihre Geschichten und Erkenntnisse vorstellen und wir gestalteten einen Weg zur Heiligen Woche.

Der Weg selber wurde mit farbigen Filzstreifen in den Kirchenjahresfarben gelegt.

Los gehts.

In der ersten Tüte befand sich ein Esel, Stoffstücke und „Palmzweige“ aus Filz. Das war natürlich leicht:

Der Einzug Jesu in Jerusalem

Was hatte das Geld, die „Peitsche“ und einen Binde denn mit Montag zu tun?

Anhand der Bibelstelle fand sich die Lösung:
„Jesus ging in den Tempel und trieb alle Händler und Käufer hinaus. Er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer um und sagte zu ihnen: »In den Heiligen Schriften steht, dass Gott erklärt hat: ›Mein Tempel soll eine Stätte sein, an der die Menschen zu mir beten können!‹ Ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus!
Dann kamen dort im Tempel Blinde und Gelähmte zu ihm, und er heilte sie.“
Matthäus 21,12-14
Man glaubt es kaum: Jesus randaliert! Damit Menschen in Ruhe beten können!

Jesus verjagt die Händler aus dem Tempel
und heilt viele Kranke.

Schon wieder Geld, aber nur 2 kleine Münzen. Und eine Schriftrolle.


Die Rolle steht für Jesus als Lehrer, wie er zum Beispiel erklärt, was das wichtigste Gebot ist:
„Höre, Israel! Der Herr ist unser Gott, der Herr und sonst keiner. Darum liebt ihn von ganzem Herzen und mit ganzem Willen, mit ganzem Verstand und mit aller Kraft.Das zweite ist: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!‹ Es gibt kein Gebot, das wichtiger ist als diese beiden.“ (Markus 12,29-31)
Die zwei kleinen Münzen sind eine ganz besondere Geschichte:
„Dann setzte sich Jesus im Tempel in der Nähe des Schatzhauses hin und beobachtete, wie die Besucher des Tempels Geld in die Opferkästen warfen. Viele wohlhabende Leute gaben großzügig. Dann kam eine arme Witwe und steckte zwei kleine Kupfermünzen hinein – zusammen so viel wie ein Groschen. Da rief Jesus seine Jünger zu sich heran und sagte zu ihnen: »Ich versichere euch: Diese arme Witwe hat mehr gegeben als alle anderen!“ (Markus 12,41-44)

Jesus lehrt im Tempel
und lobt eine arme Witwe

Am Mittwoch wird es spannend. und wieder ist Geld im Spiel.

Hier der Bibeltext aus dem Markusevangelium 14, Verse 3-11:

Eine Frau ehrt Jesus vor seinem Sterben
„Jesus war in Betanien bei Simon, dem Aussätzigen, zu Gast. Während des Essens kam eine Frau herein. Sie hatte ein Fläschchen mit reinem, kostbarem Nardenöl. Das öffnete sie und goss Jesus das Öl über den Kopf. Einige der Anwesenden waren empört darüber. »Was soll diese Verschwendung?«, sagten sie zueinander. »Dieses Öl hätte man für mehr als dreihundert Silberstücke verkaufen und das Geld den Armen geben können!« Sie machten der Frau heftige Vorwürfe. Aber Jesus sagte: »Lasst sie in Ruhe! Warum bringt ihr sie in Verlegenheit? Sie hat eine gute Tat an mir getan. Arme wird es immer bei euch geben und ihr könnt ihnen helfen, sooft ihr wollt. Aber mich habt ihr nicht mehr lange bei euch. Sie hat getan, was sie jetzt noch tun konnte: Sie hat meinen Körper im Voraus für das Begräbnis gesalbt. Ich versichere euch: Überall in der Welt, wo in Zukunft die Gute Nachricht verkündet wird, wird auch berichtet werden, was sie getan hat. Ihr Andenken wird immer lebendig bleiben.«“

Judas wird zum Verräter
Darauf ging Judas Iskariot, einer aus dem Kreis der Zwölf, zu den führenden Priestern, um ihnen Jesus in die Hände zu spielen. Sie freuten sich darüber und versprachen ihm Geld. Von da an suchte Judas eine günstige Gelegenheit, Jesus zu verraten.“

Jesus wird mit kostbarem reinen Nardenöl gesalbt
und
Judas wird zum Verräter.
30 Silberlinge bekommt er dafür.

Donnerstag passiert ganz viel.

Los geht es mit dem Passahfest, dem letzten Abendmahl.
Zu Beginn wäscht Jesus seinen Freunden die Füße. Er, der Meister, der Chef macht die Drecksarbeit! Dafür steht das Tuch.
Dann feiert er und sagt seltsame Dinge.
„Dann nahm Jesus ein Brot, sprach darüber das Dankgebet, brach es in Stücke und gab es ihnen mit den Worten: »Das ist mein Leib, der für euch geopfert wird. Tut das immer wieder, damit unter euch gegenwärtig ist, was ich für euch getan habe!«
Ebenso nahm er nach dem Essen den Becher mit Wein und sagte: »Dieser Becher ist Gottes neuer Bund, der in Kraft gesetzt wird durch mein Blut, das für euch vergossen wird.“ (Lukas 22,19-20)
Nach dem Passahmahl geht Jesus in den Garten Gethsemane, um zu beten. Dafür steht der Olivenzweig.
Dort wird er von der Tempelwache gefangen genommen.
Petrus schleicht hinterher. Als er gefragt wird, ob er auch zu diesem Jesus gehört, sagt er dreimal, dass er Jesus nicht kennen würde. Und dann käht der Hahn. Petrus erschrickt. Er geht raus und weint bitterlich. Er schämt sich, weil er so feige war.

Jesus feiert das Passahmahl mit seinen Freunden.
Er betet und ringt mit Gott.
Die Tempelwache nimmt ihn gefangen und seine Freunde lassen ihn im Stich.
Petrus behauptet sogar, dass er ihn nicht kennne würde.

Jesus stirbt am Kreuz

Am Freitag früh wir Jesus zu Pilatus gebracht, weil nur der Todesurteile fällen darf.
Pilatus diskutiert, lässt Jesus auspeitschen und foltern und quälen und hofft vermutlich, dass das reicht. Aber am Ende gibt er dem Druck der Masse nach, wäscht seine Hände in Unschuld – und unterschreibt doch das Toedesurteil.
Jesus muss selbst den Balken schleppen. Er wird ans Kreuz genagelt und stirbt am Nachmittag.
„ES IST VOLLBRACHT!“

Jesus stirbt am Kreuz und wird ins Grab gelegt.

Das Grab wird bewacht.

Damit niemand den Leichnam stehlen kann, muss Pilatus sogar Wachen abstellen, die den toten Jesus bewachen sollen.
Aber das nützt nichts 🙂

Am Ostersonntag früh ist das Grab leer!

Ein Engel sagt es den Frauen: ER IST NICHT HIER. ER IST AUFERSTANDEN!
Und: „Seht wo er gelegen hat.“ Dort ist nämlich nur noch das Tuch.

Jesus ist auferstanden. Halleluja!

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