Für Jugendliche gibt es jeden Jahr einen ökumenischen Kreuzweg der Jugend. HIER findest du den aktuellen Kreuzweg. Wir sind dieses Jahr einen kleinen Kreuzweg in der Christenlehre gegangen.
Die Ideen dazu sind von Sabine Bley – vielen lieben Dank!
Nach einem Gebet ging es los zur ersten Station.
Wir wollen mit Christus, dem Licht der Welt, seinen Kreuzweg gehen.
Deshalb geht einer mit dem Licht voran.

1. Station:
Jesus wird verurteilt
Wir hören von Pilatus.
Pilatus hat über Jesus den Stab gebrochen, er hat ihn verurteilt, obwohl er keine Schuld fand.
Im Spätmittelalter war es üblich, dass der Richter bei der Verkündung eines Todesurteiles einen Stab über dem Kopf des Verurteilten zerbrach. Damit war das Urteil gefällt.
Der Stab ist zerbrochen und lässt sich nicht wieder „ganz“ machen.
Auch wir spielen manchmal Richter über andere und fällen Urteile: „Der ist dumm!“ „Die sieht doof aus!“ …
Wenn wir über andere geurteilt haben, haben wir den Stab und damit das Vertrauen zerbrochen.
Nehmt einmal Euren Stock und zerbrecht ihn.

Wir schauen still auf unseren zerbrochenen Stab, den wir in der Hand haben.
In welchen Situationen habe ich andere verurteilt?
Wann habe ich den Stab über jemanden gebrochen?
Gebet:
Jesus, man hat dich verurteilt, obwohl du unschuldig warst. Wie oft geschieht es auch heute noch, dass Menschen vorschnell verurteilt werden.
Wenn wir jemanden fallenlassen und nicht mehr zu ihm halten.
Wenn wir jemandem die Schuld zuschieben, weil wir ihn nicht leiden können.
Wenn wir Vorurteile pflegen und sagen: Der kann das sowieso nicht. Den können wir nicht brauchen.
Wenn wir andere verurteilen und über sie richten.
Bitte vergib uns. Amen.
Jesus hat unsere Schuld durch das Kreuz mitgetragen.
Wir nehmen unsere zerbrochenen Stäbe, die Laterne und das wie Jesus nun das große Kreuz und laufen zur nächsten Station.

2. Station:
Jesus begegnet seiner Mutter
Maria begleitet ihren Sohn. Sie liebt Jesus. Sie ist seine Mutter. Sie leidet mit und hält diesen furchtbaren Schmerz aus, obwohl es ihr das Herz zerreißt. Sie bleibt bei ihm bis zum bitteren Ende.
Wir bekommen ein rotes und ein blaues Herz.
Wofür könnte denn das rote Herz stehen?
Natürlich – es ist ein Zeichen der Liebe.
Denk einmal nach – wen liebst du besonders?
Wenn man jemand ganz arg lieb hat, dann macht man sich Sorgen um denjenigen. Erst recht, wenn es dem geliebten Menschen nicht gut geht, dann spürt man die Liebe umso deutlicher. Man leidet mit, weil er uns wichtig ist und wir diesen Menschen wieder froh und glücklich sehen wollen.
Mitleid empfinden wir aber auch, wenn wir Menschen sehen, denen es nicht gut geht. Wenn wir z.B. im Fernsehen Bilder von Menschen im Krieg sehen, oder bei Naturkatastrophen. Das macht uns traurig. Wer traurig ist, vergießt Tränen.
Manchmal sagen wir auch: Das bricht mir das Herz.

Deshalb wollen wir das blaue Herz zerreißen – so werden 2 Tränen daraus.
Und dabei an die Menschen denken, denen es gerade nicht gut geht.
Gebet:
Jesus, du tust den Willen deines Vaters und erntest dafür Spott und Verachtung.
Doch deine Mutter hält zu dir. Sie leidet mit dir und hält aus.
Auch wir wollen, so wie Maria, zu dir stehen:
Wir wollen Kranke und Einsame trösten.
Wir wollen für die beten, denen es nicht gut geht.
Wir versuchen so zu leben, wie Du es uns vorgelebt hast.
Wir wollen bei Dir bleiben, auch wenn es schwer wird. Amen.
Wir nehmen auch unsere Herzen mit.
Ein anderes Kind darf nun das große Kreuz bis zur nächsten Station tragen.

3. Station:
Jesus fällt unter dem Kreuz
Das Kreuz auf seinen Schultern drückt schwer. Jesus wird immer schwächer. Er leidet Schmerzen. Er fällt. Die Soldaten schlagen ihn. Auch die Leute, die um ihn herumstehen, helfen ihm nicht. So viele sind da und doch ist er ganz allein.
Nehmt bitte einen Stein. Er ist kalt. So wie es manchmal auch zwischen uns Menschen kalt ist. Wir verletzen uns gegenseitig mit Worten oder auch Taten.
Steine sind auch schwer. Diese kleinen hier nicht so sehr, doch sie stören uns, wenn wir sie die ganze Zeit mitschleppen müssen. Wenn wir Kummer oder Sorgen haben, dann ist das Herz schwer, so wie ein Stein. Es müssen nicht die großen Katastrophen sein. Auch die kleinen Sticheleien oder die kleinen Alltagssorgen rauben uns die Freude am Leben, drücken uns nieder.
Steine haben auch Ecken und Kanten. Das erinnert mich an Dinge und Eigenschaften, die ich an mir und anderen nur schwer aushalten kann: die Ungeduld, die Rechthaberei, …
Jesus nimmt unsere Last mit an das Kreuz. Er will uns gerne vergeben, wenn es uns leid tut. Er kümmert sich um unsere Last. Jesus kann Menschen verändern.
Gebet:
Jesus, du konntest das Kreuz nicht mehr aushalten und bist gefallen. Viele Menschen werden auch heute von der Last ihres Kreuzes niedergedrückt:
Wenn sie Schmerzen ertragen müssen.
Wenn sie glauben, etwas nicht mehr aushalten zu können.
Wenn sie sich etwas vorgenommen haben und Angst haben, es nicht zu schaffen.
Wenn sie keinen Mut mehr haben.
Wenn sie enttäuscht worden sind.
Wenn sie keine Hoffnung mehr haben.
Jesus bitte hilf. Amen.
Nun haben wir neben den Stäben und den Herzen auch noch den störenden Stein.
Wer mag das schwere Kreuz und wer die Laterne tragen?

4. Station:
Simon hilft Jesus das Kreuz tragen
Jesus ist erschöpft. Er kann nicht mehr weiter. Ein Mann steht unter den Zuschauern, Simon von Zyrene. Er kommt gerade von der Feldarbeit. Die Soldaten holen ihn. Er muss mit anpacken und Jesus das Kreuz tragen helfen, ob er will oder nicht. Er erleichtert Jesus das Leiden dieses Tages ein wenig.
- Wo habt ihr schon einmal jemanden eher unfreiwillig geholfen?
- Wo helft ihr gerne?
- Wo hättet ihr gerne geholfen, aber wusstet nicht wie?
Es gibt eine Möglichkeit, jemanden zu helfen und ein wenig seine Last mitzutragen, die immer funktioniert.
Wenn du z.B. neben jemanden sitzt, der krank ist und sonst nichts machen kannst – eins kannst du immer: für denjenigen beten. Das ist überhaupt das Beste.
Ich lade euch ein, eine Fürbitte aufzuschreiben: – für einen Menschen, der unser Gebet braucht
– oder für das, was uns in den Nachrichten bewegt,
– was uns hilflos macht und wir nicht wissen, wie wir das anders mittragen sollen.
Gebet
Jesus, Simon von Kyrene half dir, sicher nicht freiwillig. Wir sehen heute auch viele Kreuze, wollen aber nicht unbedingt mittragen helfen. Es fällt uns schwer, etwas gegen die eigene Laune zu tun. Ich habe keine Lust, sagen wir dann, dabei gibt es so viele Gelegenheiten, bei denen wir mittragen helfen können.
Wir wollen es jetzt tun und beten für die vielen hungernden Menschen.
Wir beten für Menschen auf der Flucht, die im Frieden leben wollen.
Wir beten für die kranken und behinderten Menschen.
Wir beten für die Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
Wir beten für die alten und einsamen Menschen.
Wir beten für die Menschen, denen wir gerne helfen würden aber nicht wissen, wie.
Wir beten für…
Wir nehmen alles mit in die Kirche zur letzten Station.

5. Station:
Jesus stirbt am Kreuz
Jesus wurde ans Kreuz genagelt. Er hängt zwischen Himmel und Erde. Auch dort, wo er so viele Schmerzen leiden muss, ist er noch gut zu den Menschen. Er denkt auch noch sterbend an seine Mutter Maria. Er bittet Johannes, für sie zu sorgen.
Zuletzt betet Jesus: Vater, ich vertraue meinen Geist deinen Händen an. Dann stirbt er. (Kerze auspusten)
Wenn jemand stirbt, dann gibt es immer Menschen, die traurig sind. Diese Woche denken wir besonders an Jesus, der für uns gestorben ist. Er hat das Kreuz für uns getragen. Er hat auch unsere Schuld mitgenommen. Alles, was uns nicht gelungen ist, wo wir versagt haben hat er im Kreuz bis in den Tod getragen. Damit wollte er uns von unserer Schuld, von unserer Angst und allem, was uns niederdrückt befreien. Er will, dass wir neu werden, mit ihm auferstehen zu neuem Leben.
Jeder kann jetzt in der Stille noch einmal alles zu Jesus bringen, was ihn beschäftigt und zurückschauen auf den Weg, den wir mit Jesus gegangen sind:
Wir haben die zerbrochenen Stäbe. Sie stehen dafür, dass auch wir oft über andere richten und sie verurteilen.
Wir haben die roten Herzen. Sie stehen für die Menschen, die wir lieben.
Wir haben die Tränen. Sie stehen für unser Mitleid und unsere Traurigkeit.
Wir haben den Stein. Er steht für alles, was uns belastet und uns schwer auf der Seele liegt.
Wir haben ein Gebet aufgeschrieben. Damit tragen wir die Last der Anderen mit.
All diese Dinge wollen wir zum Kreuz bringen.
Aus den Herzen legen wir ein großes Herz,
aus den Tränen einen großen Wassertropfen,
die Steine legen wir auf einen Haufen
und die zerbrochenen Stäbe auch.
Die Fürbitten legen wir auf das Kreuz.

So haben die jüngeren Christenlehrekids in Niederschlema alles zu Jesus ans Kreuz gebracht.
Und hier die Größeren:


Auch in Wildbach haben wir alles zu Jesus gebracht.
Zum Abschluss beten wir das Vaterunser und bitten um Gottes Segen für uns.