Keine Kekse ?

Mit Aschermittwoch beginnt sie – die große Fastenzeit.
In der Christenlehre gibt es da – statt wie sonst Kekse – Brot mit Marmelade. Warum?
Weil wir diese Zeit bewußt erleben wollen. Weil es eine besondere, „heilige“ Zeit ist, die uns auf das größte Fest, auf Ostern vorbereitet.
Übrigens – wenn es nach unseren Christenlehrekindern geht, könnte für die meisten fast immer Fastenzeit sein – frisches Brot finden sie total lecker 🙂 Aber Fasten muss ja auch nichts schlimmes sein – im Gegenteil!

Nur – warum fastet man eigentlich überhaupt?

Gefastet wird schon in der Bibel und unsere 40-tägige Fastenzeit kommt hauptsächlich von der 40-tägigen Fastenzeit Jesu:

Jesus fastet nach seiner Taufe und bevor er in die Öffentlichkeit geht 40 Tage lang in der Wüste. (HIER findest du die Geschichte und Gedanken dazu)
Aber auch Mose fastet 40 Tage als er auf dem Berg Sinai die Gebote von Gott bekam (Ex. 34).
Elia läuft 40 Tage lang fastend bis zum Berg Sinai, nachdem ihn der Engel mit Brot und Wasser gestärkt hatte.
Daniel fastet (Daniel 10,3), die Königin Esther bevor sie zum König ging (Ester 4,16), das Volk Israel (z.B. an Jom Kippur, aber auch in Notsituationen), die Prophetin Hanna lebte am Tempel und diente Gott mit Beten und Fasten (Lukas 2,37), Johannes der Täufer und viele andere auch.

Aber woher kommt das? Warum machen Menschen das?
Nun vielleicht weil es im Garten Eden, im Paradies nur ein einziges Gebot gab: Adam und Eva durften alles essen, nur nicht von den Früchten des einen Baumes in der Mitte. Dieses eine Gebot halten sie aber nicht…
Durch Fasten, also bewußtes Verzichten, kann man sich in Selbstbeherrschung und Gehorsam üben. Es stärkt die Willenskraft.
Aber nicht nur das.

Fasten hilft, sich auf Gott auszurichten, IHM näher zu kommen (wie z.B. Mose auf dem Berg Sinai oder Elia).

Auch Jesus wollte intensive Zeit mit Seinem himmlischen Vater verbringen, bevor er den Mensch davon erzählt.
Fasten unterstützt mein Beten und zeigt Gott, wie wichtig mir das ist (wie bei der Königin Esther).
Die Freunde Jesu und die ersten Christen haben oft gefastet, wenn sie Gottes Hilfe und Weisung bei Entscheidungen suchten, z.B. beim Aussenden von Missionaren, wie Paulus und Barnabas (Apg. 13, 2+3) oder wenn sie Älteste für die Gemeinde eingesetzt haben (Apg. 14,23 u.a.).

Fasten ist auch ein Ausdruck von Trauer und dass mir Dinge, die ich falsch gemacht habe, leid tun. Deshalb fastet der König und das ganze Volk von Ninive (Jona 3), König David nachdem er großen Mist gebaut hat (2.Samuel 12,16) und viele andere.
Beten und Fasten gehören ganz eng zusammen.

Fasten macht aber auch dankbarer und glücklicher. Man wird achtsamer, offener und innerlich stärker.
Deshalb ist Fasten selbst bei Nichtchristen wieder modern geworden 🙂

Im Judentum wurde traditionell natürlich an Jom Kippur, dem heiligsten Tag im Jahr gefastet, aber auch jeden Montag und Donnerstag. Damit brüstet sich z.B. in einer Geschichte von Jesus der Pharisäer und gibt vor Gott damit an, wie toll er ist (Lukas 18,12).
Christen haben das Fasten an zwei Tagen der Woche übernommen, aber ihnen waren zwei andere Tage wichtig:
Mittwoch – in Erinnerung daran, dass Judas Jesus verraten hat und wir es nötig haben, stark zu werden gegen solche und andere Versuchungen.
Freitag – weil Jesus da am Kreuz für uns gestorben ist.

WIE fastet man?
Also Mose, Elia und Jesus haben voll gefastet, also gar nichts gegessen. Das sollte man aber nicht einfach so machen. Und das kann auch nicht jeder!
Deshalb gibt es schon seit der frühen Kirche den Brauch kein Fleisch, keine Milchprodukte, keinen Fisch zu essen (wir sagen heute VEGAN dazu :-)) und bei strengem Fasten auch kein Öl und Wein. Orthodoxe Christen machen das bis heute so.


Fasten und das bewußte freiwillige Verzichten hat man wieder neu entdeckt. Deshalb gibt es schon seit einigen Jahren Fastenaktionen, wo man z.B. auf Süßigkeiten (und die Erwachsenen auf Alkohol) verzichtet. Oder auf Computerspiele oder öfter mal das Auto stehen lassen…
HIER findest du Vorschläge und Ideen falls auch du das mal ausprobieren möchtest.

Und HIER geht es für die „Großen“ zur diesjährigen Fastenktion der evangelischen Kirche.

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