Fastenzeit – Gebet des Heiligen Ephräm des Syrers

Herr und Gebieter meines Lebens,
den Geist der Trägheit,
der Geschäftigkeit,
der Herrschsucht
und der Geschwätzigkeit
gib mir nicht.
(Kniefall)

Vielmehr verleihe mir, Deinem Knecht,
den Geist der Besonnenheit,
der Demut,
der Geduld
und der Liebe.
(Kniefall)

Ja, mein Herr und König, schenke mir,
meine eigenen Fehler zu sehen und nicht meinen Bruder zu verurteilen,
denn gesegnet bist Du in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
(Kniefall)

Herr, reinige mich, Sünder. (zwölfmal, mit kleinen Verbeugungen)

Herr und Gebieter meines Lebens,
den Geist der Trägheit,
der Geschäftigkeit,
der Herrschsucht
und der Geschwätzigkeit
gib mir nicht.
Vielmehr verleihe mir, Deinem Knecht,
den Geist der Besonnenheit,
der Demut,
der Geduld
und der Liebe.
Ja, mein Herr und König, schenke mir,
meine eigenen Fehler zu sehen und nicht meinen Bruder zu verurteilen,
denn gesegnet bist Du in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
(Kniefall)

Während der Fastenzeit sprechen orthodoxe Christen dieses Gebet immer nach den „normalen“ Morgen- und Abendgebeten.

Wir bitten Gott um Hilfe, die unguten Leidenschaften abzulegen und Tugenden einzuüben. Wir wollen Enthaltsamkeit nicht nur beim Essen üben, sondern auch bei den leidenschaftlichen Gedanken und Taten, die andere oder uns selbst abwerten und die uns von Gott fernhalten.

Was ist das?

Trägheit – das ist dieses keine Lust haben, aber auch eine Kraftlosigkeit der Seele… Aus der Trägheit kommt dann manchmal die
Geschäftigkeit heißt auf griechisch periergia und bedeutet Neugier, sich überall reinhängen und mitreden, ständig mit irgendetwas (anderem) beschäftigt sein, nicht zur Ruhe kommen…
Im kirchenslawisch steht dort „nebrezheniya“ und das ist das Wort, was bei den Kirchenvätern akedia (griech) genannt wird – es bedeutet auch Mutlosigkeit, Niedergeschlagenheit.
Herrschsucht ist der Wunsch über andere zu bestimmen und hängt mit unserem Stolz zusammen und der Verachtung anderer.
Geschwätzigkeit ist das viele sinnlose Reden, der Klatsch und Tratsch…

Im zweiten Teil des Gebetes sind dem 4 Tugenden entgegengestellt:

Besonnenheit ist die selbstbeherrschte Gelassenheit auch in schwierigen Situationen. Man trifft keine vorschnellen und unüberlegten Entscheidungen oder tut etwas ohne nachzudenken. Eine innere Ruhe bestimmt unser Denken und Handeln.
Demut bedeutet, wirklich ehrlich zu sich selbst sein; sich nicht über andere überheben, sondern sie höher achten als sich selbst. Ich weiß, dass ich in allem von Gottes Gnade abhängig bin und nichts aus mir selbst tun kann. Die Begabungen und Gaben, die Gott mir geschenkt hat, machen mich nicht stolz, sondern ich kann sie dankbar genießen.
Geduld brauche ich nicht nur mit anderen und ihren Macken, sondern auch mit meinen eigenen Schwächen. Ich brauche Geduld in schwierigen Situationen, in Krankheiten, in Problemen… und auch im geistlichen Leben – wenn ich immer noch nicht „vollkommen“ bin, immer noch nicht so vertrauen kann…
Das Größte aber ist die
LIEBE. Sie ist geduldig und gütig. Sie ist nicht neidisch, sie prahlt nicht, ist nicht überheblich und spielt sich nicht auf. Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen und trägt das Böse nicht nach. Sie ist nicht schadenfroh, wenn anderen Unrecht geschieht, sondern freut sich mit, wenn jemand das Rechte tut. Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; sie erträgt alles mit großer Geduld. (1. Korinther 13)

Es ist leicht, die Fehler anderer zu sehen – aber wie heißt es so schön: was ich selber denk und tu… Die eigenen Fehler sehen wir nicht gerne – wir schämen uns vielleicht und verdrängen sie deshalb. Und wenn wir auf die Fehler der anderen schauen, dann fühlen wir uns besser. Schnell stellt man sich über andere, ist überheblich … oder fühlt sich zumindest nicht allein als Versager. Aber wie ist das mit dem Splitter und dem Balken (Matthäus 7,3-5)?!? Wir dürfen andere nicht richten und nicht verurteilen, ansonsten trifft uns das gleiche Urteil!

Fastenzeit ist eine Zeit der Umkehr – deshalb sollen wir nicht auf die anderen schauen, sondern auf unsere eigenen Fehler und Schwächen und sie zu Gott bringen, damit ER uns hilft, uns davon befreit und vollkommener macht. Gott will uns so gern dabei helfen und die Tugenden in uns wachsen lassen.

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