Scherben

Konfirmandenrüstzeit – wir hatten eine wunderbare und intensive Zeit im Kloster Wechselburg.
Am Ende stand der Gottesdienst, den die Konfirmanden gestaltet haben. Sogar die sehr eindrückliche Predigt haben sie selbst gehalten. Hier die Predigt von Klara und Lea:

Frau Kauk hat uns Blumentöpfe in die Hand gedrückt und wir sollten sie zerstören — (Topf zerschlagen) —
Sie werden sich fragen, warum? –  Das haben wir uns auch gefragt.
Und, nein, es war kein Polterabend :-), aber es war trotzdem cool.
Nun saßen wir vor unseren Scherben und überlegten, was dies wohl soll.

Jeder hat schon einmal etwas kaputt gemacht z.B.: Gegenstände — oder auch Dinge, die man nicht sieht.
Manchmal schenkt man Vertrauen – und es wird missbraucht, man teilt ein Geheimnis – und es wird weitererzählt. Freundschaften können zerbrechen, Selbstvertrauen auch.

Vielleicht sind Ihnen jetzt auch einige Dinge in den Sinn gekommen, die bei ihnen zerbrochen sind – oder einen Knacks bekommen haben. Vielleicht erinnern Sie sich an Erfahrungen, die Sie gemacht haben:

Wo Sind sie verletzt worden – oder haben andere verletzt?
Wo ist in Ihnen etwas zerbrochen und kaputt gegangen?
Wo sind Träume geplatzt?
Wo sind Beziehungen zerbrochen?

Unsere Brüche und Verletzungen  haben wir auf die Innenseite unserer Scherben geschrieben. Auch in unserem Leben gibt es da schon so einiges…

Anschließend lasen wir die in einem andere Raum ausliegenden Verse aus der Bibel – Bibelworte, die von Gottes Gnade und Liebe erzählen und suchten uns einen davon aus.
Jeder hat den Vers, der ihn besonders angesprochen hat, am Ende auf den Topf geschrieben.

Die Töpfe haben wir mit goldenem Leim zusammengeklebt. Normalerweise repariert man Dinge so, dass man die Risse und Bruchstellen möglichst nicht mehr sieht.
Wir haben sie mit dem goldenen Leim aber sogar besonders betont.
So ist jeder Blumentopf ganz einmalig und unverwechselbar – ein ganz besonderes Kunstwerk.

Gott kann auch aus den Scherben und Brüchen unseres Lebens etwas ganz Besonderes machen. Gott kann uns heil machen – nicht so, als wäre nichts geschehen….
Man sieht die Narben, aber das ist ja auch das, was uns ausmacht.  Unsere Narben sind gerade dass, was uns zu etwas Einzigartigem – und auch Wertvollem macht.

Nick Vujicic
wurde ohne Arme und Beine geboren. Er hatte es sehr schwer, wurde oft gehänselt, war verzweifelt, wollte sich als Kind sogar einmal das Leben nehmen – aber Gott hat aus seinem Leben etwas ganz Besonderes gemacht – heute ist er ein weltbekannter Redner und gerade er kann viele andere ermutigen. Er hat eine wunderschöne Frau und zwei Söhne – Gott hat Seine inneren Wunden geheilt und ihn zu einem besonderen Menschen gemacht.

Wir dürfen Gott die ganzen Scherben unseres Lebens, die Verletzungen, die Schuld,… hinhalten und IHN bitten, dass Er unsere Verletzungen heilt, die Schuld vergibt und uns wieder GANZ macht.
Und wenn wir Gott den Scherbenhaufen unseres Lebens überlassen, dann wird ER daraus etwas ganz Besonderes, Einmaliges und  Schönes machen.
Und nicht nur das – wir sind ja nicht nur zum Schönaussehen auf dieser Welt 🙂

Am nächsten Tag haben wir Erde in unsere Blumentöpfe gefüllt. Dabei überlegten wir, was Gott in uns alles hineingelegt hat – welche Gaben und Möglichkeiten hat Gott uns geschenkt?

Welche Gaben und Möglichkeiten hat Gott in Sie hineingelegt?

Danach haben wir Erdbeersamen darauf gestreut. Weil – auch wir sollen wachsen, reifen und Frucht bringen. Gott will unserem Leben Sinn geben.
Wir können – vielleicht auch gerade durch unsere Brüche – andere ermutigen, ihnen helfen und viel Gutes bewirken und so mit unserem Leben Früchte bringen.

Wie können sie ihr Leben für andere einsetzen? Wo können sie Lebensfreude und Gutes ausstrahlen?

Gott möchte uns all das schenken:
Er schenkt Heilung für unsere Risse und Brüche – wir dürfen mit unserem ganzen Scherbenhaufen zu ihm kommen.
Er füllt uns mit guter Erde und Samen, legt so viel Gutes in uns hinein.
Er lässt uns wachsen und Frucht bringen, damit unser Leben einen tieferen Sinn bekommt.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus.

Am Ende des Gottesdienstes durfte sich jeder zur Erinnerung eine Scherbe mit einem Zuspruch Gottes mitnehmen:

2 Gedanken zu “Scherben

  1. Sehr schön.
    Manchmal bedauere ich es, dass ich keine Rüstzeiten mache und solche schönen, bewegenden Momente nicht mitbekommen.
    Aber nur solange bis ich an die Arbeit denke, die hinter jeder Rüstzeit steht…
    Respekt vor Deiner Arbeit, Katrin, und danke an die zwei „Predigerinnen“ für die tollen Worte. Bleibt behütet.
    Herzlichst!
    Tanja

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    • Danke 🙂
      Du machst ja aber dafür andere tolle Sachen. Und ich mach auch keine Jugend- und Konfiarbeit im Moment und vermisse das irgendwie einerseits, obwohl andererseits alles zu viel ist…. Sei lieb gegrüßt. Katrin

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