Karsamstag

Bei uns sind keine Gottesdienste am „stillen Samstag“. Die Glocken schweigen seit Karfreitag. 15.00 Uhr zur Sterbestunde Jesu haben sie zum Beginn der Andacht das letzte Mal geläutet.

Auf dem Altar mit dem schwarzen Parament stehen keine Blumen und Kerzen, oftmals hängen auch schwarze Tücher darüber.

Wie war das damals?
Die Jünger fühlten sich traurig, leer, hoffnungslos, enttäuscht, hatten Angst.
Es war Schabbat, der Ruhetag, an dem nicht gearbeitet werden durfte. Aber vermutlich waren sie eh mit ihrem Kummer und ihrer Enttäuschung beschäftigt. Sie hatten sich das mit Jesus dem Messias ganz anders vorgestellt!
Die Frauen warteten vermutlich, dass der Ruhetag vorbei geht, denn sie wollten Jesus noch einmal einen letzten Liebesdienst erweisen und ihn mit kostbaren Ölen salben, bevor der Leichnam anfängt zu verwesen.

Aber was hat Jesus eigentlich gemacht?
Hat er sich im Grab ausgeruht?  Es heißt ja auch „Tag der Grabesruhe“. Vielleicht….
Aber – im Glaubensbekenntnis sagen wir:
Jesus ist gestorben, wurde begraben und ist „hinabgestiegen in das Reich der Toten“.

Als wir vor ein paar Jahren über das Glaubensbekenntnis in der Christenlehre gesprochen haben, hatte ich lange überlegt, wie ich das erklären soll. Für euch war es aber ganz einfach:
Wenn jemand stirbt, geht er in das Reich der Toten, dahin wo die Toten sind – Jesus auch.
Und was macht Jesus da? Na das, was ER immer macht: Menschen helfen und von GOTT erzählen – logisch! 🙂

Die Urchristenheit hat sich die Auferstehung Christi so vorgestellt: Jesus steigt nicht nur einfach in das Totenreich hinab, sondern ER dringt mit Gewalt dort ein, um die Menschen von den Fesseln des Todes zu befreien. Er führt die Toten heraus – wie ein Hirte, der in ein finsteres Tal mit Stecken und Stab hinabsteigt, um seine Schafe herauszuholen.
Es gibt wunderschöne Bilder und Ikonen dazu. Siehst du, wie Jesus sie extra am Arm packt, um sie herauszuziehen?

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