Am Karfreitag denken wir daran, wie Jesus am Kreuz starb. Er tat es aus Liebe zu uns. Das Kreuz ist das Zeichen dieser Liebe Jesu. In jeder Kirche und auch in vielen Häusern hängt es und erinnert uns daran.
Ich möchte euch dazu eine alte Geschichte erzählen:
Es geschah vor langer Zeit. Wahrscheinlich um das Jahr 1915. In Armenien lebten nur wenige Christen und sie hatten es schwer.
Ein Mann mit dem Namen Barak hörte von Jesus und seiner Frohen Botschaft, ließ sich taufen und wurde Christ. In seinem kleinen Haus hing von nun an ein Kreuz an der Wand. Es sollte ihn immer daran erinnern, wie lieb Jesus ihn hat. So lieb, dass ER für ihn sogar gestorben ist.
Eines Tages wurde er verraten und verhaftet.
„Wenn du Christ bist, musst du sterben!“ so sagte der Richter zu ihm. „Du bist doch als kluger und freundlicher Mann bekannt. Sag deinem Glauben ab, dann bist du wieder frei.“ Aber Barak wollte lieber sterben als seinen Freund Jesus verlassen.
„Du wirst sterben und das alles wegen diesem lächerlichen Kreuz!“ Der Richter schüttelte verständnislos den Kopf. „Wie kannst du, ein kluger und angesehener Mann, nur so etwas glauben? Das ist doch Unsinn. Jesus ist an einem Kreuz gestorben. Er ist tot. Wie kann er denn da noch dein Freund sein?“
„Ja, er ist am Kreuz gestorben und er wurde ins Grab gelegt. Aber dort blieb er nicht. Jesus ist auferstanden. Er lebt bei Gott und in unseren Herzen. Und ich bin und bleibe sein Freund.“ Das war Baraks Antwort.
Der Richter ging. Er war wütend und nachdenklich und hatte doch auch Achtung vor dem Mut Baraks.
„Ein Schnitt und sein Kopf ist ab – und das alles wegen diesem Mann am Kreuz!“
Plötzlich hatte er eine Idee. Er ging noch einmal zu Barak in die Zelle und sagte: „Überlege es dir noch einmal. Du riskierst, dass dir der Kopf mit einem Schnitt abgehauen wird. Und das nur, weil dir das Kreuz so wichtig ist. Ich gebe dir noch eine Chance. Hier ist ein Blatt Papier und eine Schere. Wenn es dir bis morgen gelingt, mit einem einzigen geraden Schnitt daraus ein Kreuz zu schneiden, schenke ich dir das Leben.“

Barak begann zu überlegen. Ein Blatt Papier, eine Schere? Wie soll das gehen? Er kniete sich nieder und betete – und schaute immer wieder das Blatt an. Nach Stunden begann er das Blatt zu falten… Draußen wurde es schon langsam hell.
Da kam der Richter. „Na, Barak, hast du es dir überlegt?“ Barak antwortete: „Jesus ist und bleibt mein Freund. Daran wird sich nichts ändern. Aber schau mal her!“

Barak nahm das gefaltete Blatt Papier und die Schere und schnitt es mitten durch. Viele kleine Teile fielen zu Boden.

Barak entfaltete das größte Papierstück – es war ein Kreuz. „Dieses Kreuz erinnert mich immer wieder an meinen Freund Jesus.

Über dem Kreuz war ein Schild angebracht: INRI – Jesus aus Nazareth, König der Juden.

Hier ist der Speer, mit dem ein römischer Soldat Jesus in die Seite stach. Und die zwei kleinen Würfel erinnern daran, dass die Soldaten um sein Gewand Jesu würfelten.

Diese beiden Teile sind der Felsen Golgatha auf dem das Kreuz stand. Bei dem Erdbeben, als Jesus starb, entstand ein Riss.
Es wurden auch zwei Verbrecher mit Jesus gekreuzigt – der eine wendet sich Jesus zu, der andere von ihm ab.

Der Richter war verblüfft: „Ein Kreuz – nur aus einem Schnitt!
Das Kreuz hat dir das Leben gerettet.“
Und Barak ging froh zurück in sein Haus – und zu seinem Kreuz.
(Diese alte Geschichte habe ich dir nacherzählt. Woher sie stammt, weiß ich leider nicht.)
Das Kreuz mit einem Schnitt
Möchtest du es auch einmal probieren?

Du brauchts natürlich ein Blatt Papier und eine Schere 🙂
Miss 21 cm ab und mach mit Bleistift eine Markierung.

Falte das Blatt bis zu der Markierung.
Dann knickst du die Ecken wie zu einem Zelt:


Falte es in der Mitte zusammen

und halbiere es noch einmal.

Schneide es nun in der Mitte einmal gerade durch – FERTIG 🙂
